Geflügel und wir
 

Nach arger Schneckenplage im Frühjahr und Sommer 1997 und verschiedenen wirklich unappetitlichen sowie dennoch nicht ausreichenden Bekämpfungsmethoden freuten wir uns über die Gelegenheit, vom Jugendhaus Lehmbau in Augsburg  gegen eine Spende ein junges Pärchen rehbraun-weiß gescheckte Indische Laufenten übernehmen zu können. So kam es also, dass im Spätsommer 1997 Heinrich und Charlotte bei uns einzogen und uns ab sofort bei der Schneckenbekämpfung auf wahrhaft biologische Art unterstützten. Wir und auch unsere Teckelchen gewöhnten uns schnell an das fröhliche Geschnatter. Täglich Morgens entließen wir die beiden Enten aus dem Stall, abends sperrten wir sie wieder ein. Die Enteneier teilten wir uns ab Frühjahr 1998 mit dem Marder, Charlotte legte sie nämlich fast überall, vornehmlich verteilte sie ihre Eier im Garten. Wir versprachen dem Marder Frieden, solange er nur die Eier holt.
 
Ab 1998 zogen die ersten Hennen Grete und Sophie bei uns ein, wenn schon zweimal täglich Stalldienst, so wollten wir auch Hühnereier für uns haben. Verschiedene Hennen teilten nach und nach mit uns den Garten, was Freunde und Bekannte so anboten. Als richtig langlebig stellten sich nur die Enten heraus, leider wurde Charlotte 11-jährig unser erstes und bisher einziges Marderopfer, als wir eines der seltenen Male vergaßen, abends den Stall zu schließen. Lauferpel Heinrich ist auch 2010 noch fröhlich mit seinen anderen beiden Enten unterwegs. 2005 hatten wir unsere erste Glucke, eine Zwerg-Holländer Weißhaube. Sie brütete für uns fremde Laufieier aus. Zwei der neuen Laufidamen waren halbe Stockenten, die gefielen uns so gut, dass wir sie behielten. Sie legten anders als Charlotte ihre Eier immer brav ins Nest und brüten und führen ihren Nachwuchs hervorragend.
 
Im Herbst 2005 dann endlich ergab sich die Gelegenheit, ein Pärchen Vorwerkhühner von 2004 aus dem Erhaltungszuchtring erwerben zu können: Paul und Paula zogen ein. Diese Hühnerrasse gefiel uns auf einer Ausstellung schon, als wir noch nicht mal einen Garten unser eigen nennen konnten. Und nun durfte diese alte Rasse, die auch bei der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) gelistet ist, zusammen mit dem anderen Geflügel durch unseren Garten laufen. Auch von den Vorwerkhühnern gab und gibt es regelmäßig Nachwuchs, ebenso wie von den Laufenten gaben und geben wir Bruteier ab. Vorwerkhahn Paul wird inzwischen durch einen Sohn von ihm und Paula, unseren Fridolin, ersetzt. Die Vorwerkhennen sind alle blutsfremd. Nicht nur unsere Orpington-Henne Resi, auch die Vorwerkhennen sind gute Glucken.
 
Für 2010 ist geplant, den Laufentendamen Bruteier Deutscher Pekingenten unterzulegen, diese sind ebenfalls als alte Rasse bei der GEH gelistet. Tja und damit alles seine Ordnung hat, sind wir seit dem 1.1.2010 nun endlich Mitglied im Kleintierzuchtverein Holzheim/DLG und damit im Verband Bayerischer Rassegeflügelzüchter e.V. geworden.